Wir würdigen große Heraldiker:

Herr Heinz Ritt

Einer der ganz großen Meister der deutschen Heraldik:
Der in Bad Nauheim ansässige Heinz Ritt war seit über 50 Jahren zunächst nebenberuflich, später freischaffend in der Kommunal- und Familienheraldik in Hessen und darüber hinaus tätig. Sein Berufsleben begann Heinz Ritt als Porzellanmaler in einer kleinen Fabrik in Bad Nauheim (1946-49). Der Pfarrer und Genealoge Hermann Knodt weckte in ihm die Begeisterung für Heraldik. Nach der Schließung der Keramikfirma arbeitet Heinz Ritt als Verwaltungsangestellter, aber seine Freizeit gehörte ganz seiner neuen Berufung, dem Wappenwesen.

Er war korrespondierendes Mitglied des renommierten heraldischen Vereins Herold e.V. in Berlin sowie Ehrenmitglied der Hessischen Familiengeschichtlichen Vereinigung e.V. Seit 1985 war er Mitarbeiter der Deutschen Wappenrolle. Ritt genießt ferner internationale Anerkennung und gilt lt. Hessischer Staatskanzlei als Schöpfer der neueren hessischen Kommunalheraldik. Nach 1950 gewann das Wappenwesen der Gemeinden neuen Schwung, und von den nach 1945 entstandenen hessischen Kommunalwappen hat Herr Heinz Ritt, seit 1950 freier Mitarbeiter der drei hessischen Staatsarchive, 90% selbst entworfen. Über 1000 Wappen, Flaggen und Siegel sind sein Werk.

Er war u. a. Zeichner des Hessischen Wappenbuches (Ortswappen) mit ca. 1000 Kommunalwappen, welches in Folge wegweisend wurde für die Dokumentation kommunaler Heraldik in Deutschland, der Hessischen Wappenrolle (1951-1977) und der Wappen bürgerlicher Familien im Deutschen Geschlechterbuch (1955-1978) und vieler weiterer Publikatonen, z. B. im Rahmen der Kommunalwappenserien in der "Frankfurter Rundschau" (1958-1968).

Auch im Bereich der Stiftung von Familienwappen hat Herr Heinz Ritt Beachtliches geleistet. Sein berühmtester Auftraggeber ist die Familie Eisenhower (ehem. US-Präsident).

Zahlreiche staatliche Ehrungen wurden ihm zuteil. So widmete ihm das Land Hessen zu seinem 65. Geburtstag eine heraldische Ausstellung im Hessischen Staatsarchiv Marburg, die später in Darmstadt und Wiesbaden wiederholt wurde. Bereits 1970 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande, 1991 den Ehrenbrief des Landes Hessen für ehrenamtliche Tätigkeit und im Jahre 2000 den Hessischen Verdienstorden am Bande. Heinz Ritt war einer der bedeutendsten Wappenmaler Deutschlands. Er verstarb am 31.5.2010 im Alter von 91 Jahren.

Wappen der Familie Ritt

Beispiele für von Heinz Ritt gestaltete Familienwappen:
Die hier zuerst ausgewählten Beispiele der von Herrn Heinz Ritt gestalteten Familienwappen weisen einen besonderen Bezug zu ihm auf: Das Wappen Kaminski wurde für den Ehemann seiner Enkeltochter entworfen; das Wappen Müller für einen guten Freund der Familie Ritt, es ist zudem das letzte entworfene Familienwappen. Beide Wappen sind erfolgreich in der Deutschen Wappenrolle eingetragen worden.

Beispiele für kommunale Heraldik:
Herr Heinz Ritt gilt als der "Erfinder der heraldisch-allegorischen Erinnerungsblätter", einer besonderen Form heraldischer Präsentation anläßlich wichtiger historischer oder zeitgeschichtlicher Anlässe. Nachfolgend abgebildet ist das Bad Nauheimer Blatt anläßlich des 150jährigen Stadtjubiläums 2004, das insofern ein besonders wichtiges Beispiel für das beachtliche Lebenswerk von Herrn Heinz Ritt ist, als es sich zum einen um seine Heimatstadt handelt, und zum andern alle fünf Stadtteilwappen (früher selbständige Gemeinden) von Herrn Ritt selbst entworfen worden sind. Wohl kaum eine andere deutsche Stadt ist damit so eng mit Herrn Heinz Ritt verbunden wie Bad Nauheim.

Oben im Zentrum befindet sich das Bad Nauheimer Wappen selbst, in der Form, in der es von Großherzog Ernst Ludwig im Jahre 1913 in dieser verbesserten Form verliehen wurde. Darunter befinden sich die Wappen der fünf Stadtteile:

Ganz unten befindet sich das Wappen mit dem hessischen Löwen des Kurfürsten Friedrich Wilhelm I, der Bad Nauheim die Stadtrechte im Jahre 1854 verlieh. Aber erst 1856 wurde Bad Nauheim ein erstes Wappen verliehen; damals zeigte es nur den Sprudel oben und den hessischen Löwen unten. 1913 wurde es dann wie oben beschrieben verbessert.

Weitere Beispiele für heraldisch-allegorische Erinnerungsblätter:
Hier ein weiteres heraldisch-allegorisches Erinnerungsblatt anläßlich der Wiedervereinigung Deutschlands am 3.10.1990:

Als drittes Beispiel ein heraldisch-allegorisches Erinnerungsblatt zum 50jährigen Bestehen des Bundeslandes Hessen, das aufzeigt, in welchen ehemaligen Herrschaftsgebieten die Wurzeln des 1945 aus der Taufe gehobenen Bundeslandes liegen:

Ausstellungen:
Geheimes Staatsarchiv Berlin-Dahlem 1969, Gruppenausstellung
Im Gebäude des ehemaligen Landratsamtes Biedenkopf (permanent), Einzelausstellung
Hessischen Staatsarchiv Marburg 1984, Einzelausstellung
Hessisches Staatsarchiv Darmstadt 1984, Einzelausstellung
BHW Bausparkasse Kassel 1985, Einzelausstellung
Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden 1997/98, Einzelausstellung

© Präsentation zusammengestellt von Andreas Wurm und Bernhard Peter, Quellen und Graphiken mit freundlicher Genehmigung von Herrn Heinz Ritt, Bad Nauheim, 2006-2010

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